NEPPER, SCHLEPPER, BAUERNFÄNGER
Monsanto findet 58% Lizenzgebühr günstig
3. Sept. 2009 :: In der kleinen brasilianischen Provinzzeitung "Diário de Guarapuava" erscheint heute eine unscheinbare Meldung: Monsanto kündigt eine Erhöhung von 26% der Lizenzgebühren für die nächste Ernte an. Das bedeutet, dass die Gebühr für die Erlaubnis, die Gensoja verwenden zu dürfen, auf 58% des Erntepreises steigt.
Da Glyphosat auch die Aufnahme von Spurenelementen und Mikronährstoffen verhindert, führt dies zu einer verminderten Bodenfruchtbarkeit insgesamt. Die Reduzierung von Mikronährstoffen führt auch zu einem Anstieg der Krankheitsanfälligkeit von Pflanzen, welche von Roundup nicht betroffen sind
Studien von Monsanto aus den 1990-er Jahren behaupten, dass Roundup keinen Krebs verursachen würde.
Studien schwedischer Wissenschaftler deuten jedoch auf eine Erhöhung des Krebsrisikos bei Tier und Mensch durch Glyphosat hin. Bestätigt durch aktuelle Erkenntnisse aus Frankreich. Demnach wirkt sich Roundup auf den Zellteilungsprozeß von Mensch und Tier aus.Die Erhöhung betrifft Gen-Soja RR; Roundup Ready, resistent gegen Glyphosat, den Hauptbestandteil des Grünkillers Roundup.
Die Gebühr pro kg steigt von 0,13 € auf 0,165 €. Das bedeutet, an jedem Sack Soja (60 kg) für den der Landwirt in der aktuellen Erntesaison 16,84 € bekommt, ist der Anteil von Monsanto an jedem Sack Gen-Soja 9,77 €. Monsanto erhält aus dem Verkaufserlös mit 58% deutlich mehr als der Landwirt, der die Arbeit mit hat.
Und zusätzlich verkauft Monsanto ja auch noch sein Gift, Roundup, mit dem die Landwirte die Felder behandeln müssen.
"Gift" nennen die Landwirte passenderweise in Brasilien Spritzmittel in der Art wie Roundup.
Landwirte sind unwerte Vertragspartner
So wie hier Monsanto mit seinen "Vertragspartnern" umgeht zeigt, dass man diese nicht einmal ansatzweise als zu respektierende Partner sieht, sondern eine als eine dumme Herde, die kritiklos zu tun hat, was Monsanto anordnet.
Die Bauern beklagen wohl, diese einseitige, kurzfristige Preiserhöhung. Aber da in einigen Gebieten schon in diesem Monat mit der Aussaat für die nächste Ernte begonnen wird, bleibt keine Möglichkeit, Alternativen zu nutzen.
Das sind Methoden wie zu Kolonialzeiten, das sind Methoden wie sie nur ein marktdominierendes Unternehmen anwenden kann, das keine Konkurrenz hat und seine "Kunden" völlig im Würgegriff hat. So arbeiten Unternehmen, die ganze Ministerien oder Regierungen kaufen, welche dann ihrerseits ihre Bevölkerung verkaufen.

tiroler Apfelplantage
Unkritische Presse ?
Auf Rückfrage durch die Zeitung "Diário de Guarapuava", warum diese Preiserhöhung nötig wäre, war die kurze Begründung von Monsanto:
"Auch mit Preiserhöhung können die Bauern noch sehr billig produzieren."
Das heißt: Sobald Monsanto meint, den Bauern geht es zu gut, erhöht man die Preise.
Ein bißchen mehr Nachfragen hätte wohl nicht geschadet - oder doch?
Und falls "ja", wem hätte es geschadet ?