ARCANDOR - EIN OPFER MASSLOSER REICHER
5-fach branchenübliche Miete aufgezwungen
15. Juni 2009 :: Eine handverlesene Clique aus dem deutschen Geldadel, einschließlich des früheren Karstadt-Vorstandsvorsitzten, plünderte Karstadt bis zur Zahlungsunfähigkeit aus. Während sich die normalen Mitarbeiter mit aller Kraft und unter Lohnverzicht um Umsatz bemühten, profitierten ein paar maßlose Reiche von horrenden Karstadt-Mieten.
Arcandor ist pleite. Ein Grund für den Absturz dürften auch hohe Mieten bei der Warenhaustochter Karstadt gewesen sein, die der Konzern an den Projektentwickler Josef Esch zahlen musste. An dessen Fonds waren nach SPIEGEL-Informationen mehrere prominente Superreiche beteiligt.
Das ist die Clique der Karstadt-Schmarotzer
Diese Namen sollte man sich merken, möchte man seriöse Geschäfte machen.
An dem von Josef Esch entwickeltem genialen Anlagekonzept mit der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, durften folgende Leute mitmachen. Garantiert war eine drei- bis fünf-fache höhere Miete, welche Karstadt zu zahlen hatte.
Obwohl jedem halbwegs integren Menschen klar sein muss, dass so ein Geschäft wie eine Schmarotzer-Pflanze die Wirts-Pflanze aussagt bis sie kaputt ist, waren sich diese Herrschaften nicht zu schlecht, um für einen persönlichen Profit zehntausende von Arbeitsplätzen zu gefährden.
Dies waren:
- Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und seine Frau Cornelia
- die Kunstsammlerin Claudia Oetker
- der Bofrost-Gründer Josef Boquoi
- Maxdata-Gründer Holger Lampatz, der 2006 und 2007 im Aufsichtsrat von KarstadtQuelle saß.
- die Oppenheim-Konkurrenten, die Privatbankiers Wilhelm von Finck Junior und Senior, zeichneten Anteile
- die Ehefrau eines Ministerialbeamten aus dem Bundesjustizministerium, der dort für Gesellschaftsrecht zuständig ist
Keine Chance für die Karstadt-Mitarbeiter
Sie alle gewannen auf Kosten des KarstadtQuelle-Konzerns, der heute Arcandor heißt und insolvent ist. In München betrug die Garantiemiete 23,2 Prozent vom Umsatz, in Leipzig 19,6 Prozent, in Potsdam 16,4 Prozent und in Karlsruhe 14,5. Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent, so Einzelhandelsexperten, beginne die sogenannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne.
Die marktübliche Quote in der Branche liegt bei lediglich fünf Prozent.
Diese substanzzehrende Wirkung war sowohl Josef Esch dem Organisator dieses Schmarotzermodells bekannt, als auch allen anderen "Investoren". Es gab für die Karstadt-Mitarbeiter keine Chance, egal wie gut ihre Arbeit war.
Für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff hat dieser Coup, sich privat maßlos aus dem Unternehmen zu bedienen, strafrechtliche Konsequenzen. Am 12.6.2009 wurde gegen ihn ein Strafverfahren wegen Untreue eingeleitet.
Die normalen Mitarbeiter verzichten auf Lohn - nur damit
eine 3- bis 5-fache Miete an Multi-Millionäre bezahlt werden kann
Um das Unternehmen zu retten, waren die Mitarbeiter Ende 2008 zu einem Lohnverzicht bereit.
Den Verhandlungsbeteiligten der Geschäftsführung hätten die Mitarbeitervertreter jedoch das Sparkonzept um die Ohren geschlagen, hätten die Mitarbeiter gewußt, wohin das eingesparte Geld anschließend floß.
übermütig wird ...