ES GIBT AUCH NOCH HEIMISCHE INVESTOREN
Junghans-Uhren haben wieder eine Zukunft
23. März 2009 - Schramberg (Schwarzwald) :: Die Mitarbeiter beim bislang insolventen Uhrenhersteller Junghans in Schramberg atmen wieder auf. Mit einem heimischen Investor, genauer gesagt zwei Investoren in Person von Vater und Sohn, geht es weiter.
![]() |
| Die Zeit kann jetzt
auch für Junghans-Uhren weiter laufen. |
Der ganze, plötzlich sehr positive Verlauf klingt für die Mitarbeiter von Junghans fast wie ein Märchen, nachdem das Unternehmen bereits insolvent war.
Es ist aber "nur" ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn sich Unternehmer die noch eine persönliche Verantwortung haben, sich für eine Sache engagieren. Das macht den entscheidenden Unterschied aus, ob etwas noch möglich ist oder nicht.
Die Interessenten für Junghans, die mit der Erwartung eines Managers kamen, um den Investoren ganz schnell ganz hohe Renditen abzuliefern, die waren wieder aus Schramberg abgezogen.
Mit einer Anfrage des Bürgermeisters fing es an
Am 22. September 2008 schickt der Schramberger Bürgermeister eine eMail an Hans-Jochem Steim mit der Frage, ob er sich vorstellen könne bei der in Insolvenz befindlichen Junghans einzusteigen.
Solch ein Gedanke ist neu für Steim, er spricht mit seinem Sohn und der ist schnell begeistert. Der Bürgermeister bekommt bald die erfreuliche Antwort, dass man daran gehen wird, die Chancen für ein finanzielles Engangement zu prüfen.

der Meister-Edition
sagt Junghans
"Wir sind wieder da!"
Die beiden Steims nehmen Kontakt mit dem Insolvenzverwalter auf. Danach folgen Betriebsbesichtigung, Durchsicht der Bücher und es wird die entscheidende Frage gestellt:
Hat Junghans eine zukunftsfähige Basis ? Das nötige technische Know-how, qualifiziertes Personal und wie sieht es vor allem mit der Marktfähigkeit für die Junghans-Uhren aus ?
Bis zum Januar 2009 sind diese Fragen positiv beantwortet. Vater Steim bringt 2/3 der nötigen Investition, der Sohn 1/3.
Selbst die nüchterne Financial Times Deutschland gerät ins Schwärmen, wenn die darauf einsetzende Reaktion in der Öffentlichkeit beschrieben wird:
>> Jubel in Schramberg! Schulfreunde rufen den Sohn an, an Fastnacht loben die Büttenredner, beim Umzug zeigt ein Motiv Scheichs, die mit ihren Kamelen wieder in die Wüste geschickt werden. "Da ging eine Welle los, die wir uns nicht vorstellen konnten", sagt Steim junior. "Erst langsam habe ich realisiert, was eigentlich passiert war." <<
Unternehmerische Entscheidung
Die beiden Investoren wollen nicht den Sozialstaat ersetzen, sehen sich aber der sozialen Marktwirtschaft verbunden. Das heißt, sie erwarten dass sich ihr Investment schon rentiert nach einiger Zeit.
Um schnelles Geld zu machen, dafür hätten sie andere Möglichkeiten gehabt. Da würde jedoch etwas Entscheidendes fehlen: Die als persönlich sehr angenehm empfundenen Vorzüge, verbindet man soziales Bewußtsein mit unternehmerischem Engagement.
