UMFRAGE DES manager-magazin ZEIGT INNERE QUALITÄTEN
Wirtschaftskrise outet (un-) faire Arbeitgeber
23. März 2009 :: Eine Umfrage des manager-magazins bei Fach- und Führungskräfte sollte eine Antwort liefern zur Frage: Welche der 30 größten deutschen Unternehmen behandeln ihre Mitarbeiter auch in der Krise fair oder auch unfair ?
Wie wir selbst schon seit einiger Zeit feststellen können (Artikel vom 10.01.09) offenbart sich jetzt in einer kritischen Phase, wie es um die Unternehmenskultur wirklich bestellt ist und nicht, was in irgendwelchen Ethik-Richtlinien beschrieben ist oder welches Image Unternehmen versuchen mit hohem finanziellen Einsatz nach außen zu vermitteln. Das alles ist rausgeworfenes Geld, wenn innere Schwächen offen zutage treten, läßt man diejenigen zu Wort kommen, die als Mitarbeiter die wahre Unternehmenskultur tagtäglich erleben dürfen oder müssen.
Krisen legen wahre Eigenschaften offen
Nach der manager-magazin-Umfrage halten 37% die Art, wie schlechte Nachrichten vermittelt werden, als wenig transparent. 38% halten den Führungsstil für nicht kooperativ und wenig unterstützend. Man kann auch sagen: Die Mitarbeiter fühlen sich hängen gelassen, sie vermissen Fixpunkte, an denen man sich verläßlich orientieren könnte.
Dies offenbart große Schwächen in den Chef-Etagen, mit Menschen menschlich normal umzugehen. Und ist zudem ausgesprochen dumm: Fatalerweise schafft man bei insgesamt über der Hälfte der Mitarbeiter ein ungutes Gefühl, diese Mitarbeiter sind gedanklich viel zu oft nicht bei der Arbeit, sondern mutmaßen zusammen mit Kollegen, wann wohl befürchtete negative Maßnahmen erfolgen. Man verfügt ja nicht über vertrauenswürdige Informationen.
Ausgesprochen dumm ist dies deshalb, weil es überhaupt nichts kosten würde, diesen demotivierenden Zustand zu vermeiden.
Nur logisch ist die sich verbreitende große Angst, dass Unternehmen die wirtschaftliche Krise dafür mißbrauchen, Einschnitte zu Lasten der Mitarbeiter vorzunehmen, die man unter normalen Verhältnissen sich nicht getrauen würde: Gehälter kürzen, längere Arbeitszeiten einführen und sogar willkürlich kündigen. Um Geld zu sparen, wird wegmobben als kostenreduzierendes Mittel angesehen; ein krasses Beispiel dafür lieferte die angesehene österreichische Telekom, wie man in Youtube sehen kann.
Gute Unternehmen - schlechte Unternehmen
Die manager-magazin-Studie liefert als Ergebnis die persönliche Einschätzung, wie man als Mitarbeiter das Unternehmen von sehr fair bis sehr unfair beurteilt.
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| Für guten Service auch
im Inneren, den eigenen Mitarbeitern gegenüber, wurde die Robert Bosch GmbH mit Platz 1 als fairster Arbeitgeber belohnt. |
Die schlecht eingestuften Unternehmen werden wohl einwenden, dass das nur persönliche Meinungen sind, ohne Anspruch auf objektiven Hintergrund - und vergessen dabei, worauf Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern gründet.
Wieviel Geld geben diese Unternehmen dafür aus, um nach außen ein positives Image zu vermitteln und vergessen die eigenen Mitarbeiter, aus deren Leistung sich das Image letztlich bildet.
Die konsequente Strafe für diese Führungs-Fehler offenbaren sich dann, fragt man nicht den Pressesprecher, sondern die "normalen" Mitarbeiter nach dem inneren Zustand eines Unternehmens.
Die schlechtesten Unternehmen auf der unfair-Skala sind: Arcandor (früher Quelle-Karstadt), Deutsche Telekom und die Aldi-Gruppe.
Als fairster Arbeitgeber Deutschlands kam BOSCH auf Platz eins; danach folgen BASF und Volkswagen auf Platz zwei und drei.
