UNEINSICHTIG BIS ZUM SCHLUSS
Top-Bankster: Georg Funke
Oktober 2008 :: Wer ist Georg Funke ? - (Das war der Bankmanager, der die Hypo-Real-Estate bis zur Pleite gemanagt und ein 500 Milliarden-Rettungspaket der Bundesregierung ausgelöst hat) Wenn ihm nicht auf spektakuläre Weise der Prozeß gemacht werden wird, wird er der Öffentlichkeit auch weiterhin unbekannt bleiben. Georg Funke wurde mal fürstlich dafür bezahlt, dass er das ihm anvertraute Geld so seriös einsetzt, als wäre es sein eigenes. Nachweislich achtete er jedoch mehr darauf, seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen und fremde Milliardenwerte in den Sand zu setzen.

Kein "real", nur "hypo"
Als Pension steht ihm ein Ruhegeld von stolzen 560.000 € pro Jahr zu. Um sich das besser vorstellen zu können: Das sind 46.666,66 € im Monat. Sind Sie auch Rentner, kommt ihnen ein ähnlicher Betrag geläufig vor, der Ihnen monatlich als Rente überwiesen wird ??
Und das, obwohl Sie sich nichts zuschulde haben kommen lassen, etwa in der Größenordnung, das Finanzsystem der ganzen Bundesrepublik an den Rand des Zusammenbruchs gebracht zu haben. Sie haben immer redlich gearbeitet, auch länger als der Herr Funke, und kommen dennoch kaum finanziell klar mit Ihrer Rente.
Da haben Sie plötzlich etwas gemeinsam mit ihm: Auch Herr Georg Funke (53) sieht mit Entsetzen auf seine vorzeitig beginnende Rentnerzeit. Wie soll er mit nur 70 % seines bisherigen Einkommens klar kommen, mit nur 46.666 EUR im Monat lässt sich doch nicht nicht angemessen leben. Um die Härten des Rentnerdaseins etwas abzufedern, hat er deshalb auf eine zusätzliche satte Abfindung bereits Ansprüche angemeldet, mit der Begründung, dass ihm das vertragsmäßig zustehen würde, wenn er selbst kündigt.
Für 1 Jahr und 2 Monate Tätigkeit als Vorstand meint dieser Mensch, mit 53 Jahren (geb. 29.04.1955) einen Anspruch auf Altersvorsorge zu haben, für den der Durchschnittsrenter erst einmal 1.770 Jahre arbeiten müsste.
So sieht höchster Bankster-Sachverstand aus
Noch bis vor wenigen Wochen hatte Funke erklärt, die Bank werde die Finanzkrise locker wegstecken: „Unser Geschäftsmodell ist auch in diesem schwierigen Marktumfeld profitabel“, tönte Funke am 13.8.2008.
Über seinen größten Fehlkauf sagte er noch am 5. September 2008: Die Tochter Depfa sei „ein wesentlicher Teil des Geschäfts und des Erfolgs der Hypo Real Estate“.
Drei Wochen später der Absturz – ausgerechnet wegen akuter Geldnot bei der Depfa!
Die irische Bank wurde erst im Juli 2007 von der HRE für rd. 5 Milliarden Euro aufgekauft. Damals war offenbar auch noch genügend Geld da für üppige Abschiedsgeschenke: Depfa-Chef Gerhard Bruckermann erhielt für seinen Abgang fast 120 Mio. Euro (inkl. Aktien-Paket).
Welchen unmittelbaren Schaden haben die Aktionäre ? - Von Januar bis Oktober 2008 mit HRE-Aktien insgesamt 7,3 Milliarden Euro verloren !
Leistungsprinzip - gilt nur für andere
"Unser oberstes Ziel ist es, das Kapital unserer Aktionäre langfristig und attraktiv zu verzinsen ...Wir bekennen uns zum Leistungsprinzip und honorieren überdurchschnittlichen Einsatz. " - Mit diesem Auftrag sieht sich die Münchner Bank Hypo Real Estate (HRE) ihren Kunden und Mitarbeitern gegenüber verpflichtet.
Weshalb ist es aber vielleicht ein bißchen unlogisch, überdurchschnittlichen Einsatz zu honorieren und gleichzeitig krasses Fehlverhalten oberster Mitarbeiter ebenfalls weit überdurchschnittlich zu honorieren. Ein Mitarbeiter an einem Fließband oder der Kundensachbearbeiter in einer Bank bekommt deutlich zu spüren, wenn er einen Fehler macht.
Der Herr Funke fährt die ganze Bank an die Wand - und bekommt den goldenen Löffel mit Diamanten besetzt.
Presse vorher <> nachher Presse
Georg Funke, verkörpert das derzeitige Image der Banker: gierig, dreist und feige, das weiss der Focus heute über ihn, nachdem die kapitalen Fehler bekannt wurden.

Er geht schon mal,
finanziell allerbestens
versorgt. Er will ja
denen nicht im Wege
stehen, die nun seinen
Mist aufräumen müssen.
Jetzt Mitte Oktober 2008 weiß auch das Handelsblatt: "Selbst im guten Immobilienjahr 2006 erwirtschaftete Hypo lediglich eine Eigenkapitalrendite von 10 Prozent. So entschloss sich die Bank zu einem gewagten Schritt. Im Oktober 2007 zahlte sie eine hohe Prämie für die Übernahme von Depfa, eine Bank mit einem großen Anteil schwer einzuschätzender Vermögenswerte, ohne Einlagen und wenig Eigenkapital. Größere Probleme bereiten die Schulden. Hypo muss jährlich fast 100 Milliarden Euro umschulden."
Weshalb wußte man dies nicht rechtzeitig ?
Der journalistisch erstklassige Wirtschafts-Sachverstand von der Financial Times Deutschland lobte denselben Georg Funke Mitte 2007 noch folgendermaßen: "Georg Funke macht sich nicht viel aus den Insignien der Macht. Der Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate (HRE) gilt als uneitel und als einer, der lieber tiefstapelt, als vollmundige Versprechungen abzugeben. Ein stiller Strippenzieher."
Ausgerechnet der größte Fehler von Funke, wird als fast schon genialer Schachzug gelobt: "Er landete einen Coup. In den vergangenen 18 Monaten hatte Funke geräuschlos eine Übernahme eingefädelt, die er nun auf einer Pressekonferenz vorstellte. HRE will für 5,7 Mrd. Euro die Depfa Bank übernehmen. Gelingt der Deal, würde das fusionierte Institut mit einem Schlag auf Platz vier der Liste der größten deutschen Banken landen."
Hier imponiert einmal mehr die pure äußere Größe, das lenkt komplett ab von den gravierenden inneren Mängeln.